Blick über den Herrenteich

Schon vor dem 1. Weltkrieg gab es die Idee, die abgelegene Gemeinde Much besser an den nördlichen Rhein-Sieg-Kreis und in der Verlängerung an die Rheinschiene anzubinden. Aus Kostengründen wurde die Erschließung einer Eisenbahnlinie verworfen und stattdessen 1925 mit dem Bau der Wahnbachtalstraße begonnen. Neben der verkehrspolitischen Bedeutung gab es auch positive Effekte für die durch die hohe Arbeitslosikgeit gebeutelte Wirtschaft der Region. Im Juli 1927 wurde die neue Verkehrsader feierlich eröffnet, und mit ihr insgesamt sechs Gasthäuser an der Wegstrecke – darunter auch das Gasthaus von Gerhard Schwamborn, gelegen am idyllischen Herrenteich in Much-Kreuzkapelle.

Schnell wurde das Ausflugslokal für seine besonders schöne Lage und die gute Küche bekannt. Schon bald kamen sogar Gäste aus Köln zur Sommerfrische an den Herrenteich. Spazieren gehen, Wandern, mit dem Bötchen über den Herrenteich schippern, die Forellenspezialitäten genießen – all das machte das Lokal über Jahrzehnte hinweg zu einem der beliebtesten Ausflugsziele im Rhein-Sieg-Kreis.

Luftaufnahme von 1940

1965 übergab der Vater nach dem Tod seiner Frau die Gaststätte an den Sohn Gerhard jr. Dieser rührte fortan kräftig die Werbetrommel, so dass bald schon ganze Busladungen von Kölner Ausflüglern an den Herrenteich kamen. Bis Ende 2010 führten Gerhard Schwamborn jr. und seine Frau Erika die Erfolgsstory des Gasthauses Herrenteich weiter. Aus Altersgründen mussten Sie dann das Haus schließen, weil bis dahin kein Nachfolger gefunden werden konnte.

Zufällig fuhr im Frühjahr 2011 der Bergisch Gladbacher Immobilienmakler Norbert Bremer durch Kreuzkapelle und verliebte sich auf Anhieb in die Immobilie. Er kaufte das Objekt letztlich im Herbst 2012 und begann mit der aufwändigen, schrittweisen Sanierung des in die Jahre gekommenen Gasthofes.  Zu Anfang Mai 2013 wurde die Gaststätte nach einem zweijährigen Leerstand neu eröffnet. Der ausdrückliche Wunsch Bremers ist, das Haus wieder zu einem Ort der Entspannung, des Genießens und Feierns für Alt und Jung zu machen, als Heimat für Stammtische, Clubs und Vereine, aber auch als Ziel für Erholungssuchende aus den Städten.